Kreativ muss man sein…

Nebst dem, dass wir hier im Norden den Jahrhundertwinter geniessen (seit 30 Jahren gab es nie mehr so viel Schnee), dieser aber auch viel Arbeit mit sich bringt, der Yukon von der Aussenwelt wegen Covid weiterhin abgeriegelt ist und es für den Tourismus 2021 schlecht aussieht, gibt es in unserem Alltag auch immer wieder kleine und grosse Aufsteller. Heute war wieder mal so ein Tag und wir kriegten zwei Päckli von lieben Leuten aus der Schweiz.

Kurz zur Vorgeschichte: Zu Weihnachten kriegten wir bereits von den gleichen Freunden ein 30 kg schweres Schlemmer-Packet. Darin waren viele leckere Schweizer Produkte (unter anderem auch Ovomaltine). Der kanadische Zoll hat sich dann den „Spass“ gemacht, die Ovomaltine-Verpackungen aufzuschneiden (könnte ja Kokain oder andere gefährliche Sachen darin geschmuggelt werden…) und diese dann, ohne wieder zu verkleben, genauso zurück ins Packet zu legen.  4 Wochen später kriegten wir dann die Überraschung! Jeder kann sich nun vorstellen wie es im Packet ausgesehen hat. Die Ovomaltine hat sich zur klebrigen Masse entwickelt, und alle Leckereien waren nun mit Ovomatine überzogen. Natürlich hatten wir trotzdem Freude am „Päckli” und dessen Inhalt! 

Dieses Mal hat Küsu und Brigitte vorgesorgt! Ovomaltine war wieder dabei, zuoberst lag aber ein Brief an den kanadischen Zoll (siehe Bild)! 

Auf alle Fälle war nun alles in Topzustand. Der Zoll hat sich nicht mehr an der Ovomaltine vergriffen. Zufall??? Egal…aber lustig und kreativ muss man sein!

Vielen lieben Dank, Brigitte und Küsu!! 

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Der Herdenschutzhund

Vor 12 Jahren haben wir am Flughafen in Vancouver unseren türkischen Herdenschutzhund Mazz alias Mazze abgeholt (ca. 5 Monate alt aber so gross wie ein ausgewachsener Husky war er damals). Von einer deutschen Notaufnahmestation in Berlin für Kangal Hunde wurde er zu uns nach Kanada geflogen! Mazz war nie ein einfacher Hund. Er traf seine eigenen Entscheidungen, wusste was es auf dem Grundstück zu tun gab, hatte ein grosses Herz für Schwächere (Schafe, Hühner, Wachteln ect.) und konnte es nicht leiden wenn “man” (der Mensch) nicht nach seinen Regeln spielte. Oft haben wir uns gefragt, ob Mazz zu uns passt. Als  “erfahrene” Hundehalter waren wir zu Beginn recht überfordert mit ihm, bis wir schlussendlich akzeptieren mussten, dass wir “nicht viel” von Mazz fordern konnten. Wir haben gelent, einen Weg zu finden mit ihm und seiner “Eigenart” zu leben. Auch wenn dieser manchmal steinig war und nicht immer einfach, hatte er eine wichtige Rolle am Wheaton River. Er, der 55 kg schwere und kräftige Kerl, war der ruhende Pol zwischen all den anderen Hunden. Er war unglaublich clever und hat uns auch immer wieder Freude bereitet. Das Grundstück hat er mit viel Engagement vor Bären und Wölfen beschützt. Noch vor 2 Wochen stand er mit Anju vorne beim Schulbusstop und hat mit ihr auf den Schulbus gewartet während dessen wir anderen (Hunde und Menschen) bereits umgedreht sind, da der Bus Verspätung hatte. Er wusste von Natur aus immer,  was seine Aufgaben waren! 

Heute mussten wir uns nun von ihm verabschieden! Er ist bei uns im Wohnzimmer eingeschlafen! Wir sind traurig und blicken auf intensive Jahre mit ihm zurück. Und etwas haben wir lernen müssen: Hunde sollen erzogen werden…. In das Wesen und das Verhalten eines Kangals mussten wir (Ur)Vertauen haben.  

Dank dir Mazz wissen wir, was es heisst, mit einem Herdenschutzhund umzugehen der nicht das macht, was wir von ihm erwarten, sondern zu was er geboren wurde. Seine “Herde” zu beschützen.

Machs gut Mazz!

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Kerzenschein ist teuer

Adventszeit wird hier am Wheaton River mit vielen Kerzen, Duftlampen, Lichterketten und anderen Dekorationsgegenständen gefeiert. Nicht zuletzt hilft es uns die tageslichtärmste Zeit mit gemütlichem Licht zu überbrücken. 

Zu unserer Adventsdekoration gehört auch ein Engelspiel, welches wie üblich mit Baumkerzen zum Drehen und Klingen gebracht wird. Baumkerzen sind im Yukon schwer zu kriegen. Es gab bisher nur einen Laden, in dem wir unseren Baumkerzenbedarf decken konnten. Dieser hat aber wegen der Corona Krise sein Sortiment stark eingeschränkt. Das heisst: Es gibt in ganz Whitehorse keine Baumkerzen mehr zu kaufen. 

Aber online sei Dank! Bei Amazon.ca wurden wir fündig. Die günstigsten Baumkerzen (20 Stück) kosten dort Can. $ 9.90, diese werden aber nicht in den Yukon geliefert (der Yukon gehört bei Amazon und anderen online Shops wohl nicht zu Kanada…. es wird zwar landesweit geliefert aber der Norden wird gerade mal ausgeklammert). Wir fanden schlussendlich bei Amazon noch andere Baumkerzen für Can. $ 13.43 per Box (20 Stk.) welche mit extra Versandkosten auch in den Yukon geschickt werden. Unseren Kindern zuliebe bestellten wir 3 Schachteln, damit wir wenigstens Kerzen am Weihnachtsbaum haben können. Echter Kerzenschein ist im Yukon während der Corona Zeit also teuer!

Wir wünschen Euch allen eine besinnliche Adventszeit, liebevolle Weihnachten und für das neue Jahr die allerbesten Wünsche! 

Bleibt gesund! 

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Sommer

Noch nicht lange ist es her, da hatte uns “der Winter” fest im Griff.  Und nun hält ein Virus die ganze Welt in Atem. Fast nichts mehr funktioniert so, wie vor einigen Monaten. Die Mehrheit der Menschen leben in Ungewissheit und wissen nicht, was die nähere Zukunft bringt. 

Wir wohnen hier am Wheatonriver  in einer komfortablen Lage. Im ganzen Yukon gab es 11 Corona Fälle und alle sind wieder geheilt. Wenn wir also nicht nach Whitehorse fahren müssen oder die Nachrichten anhören, merken wir vom Virus nicht viel. Die Sommersaison rückt aber näher und damit auch die Unsicherheit, ob wir unsere Touren durchführen können. Wir von Abenteuer Wheatonriver wären bereit… 

Wir haben auch immer wieder lokale Gäste , die unsere Cabins für’s Wochenende buchen und das Leben und die Freiheit hier in der Wildnis in vollen Zügen geniessen. 

Jetzt warten wir, wie so viele von Euch, auf die Öffnung der Grenzen (diese sind ganz sicher bis 30. Juni zu) und dann könnte die Saison von uns aus gesehen mit etwas Verpätung starten. Die Grenzöffnung für den transatlantischen Flugverkehr ab Juli ist momentan noch ungewiss! Die gesamte Tourismusbranche im Yukon weiss zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob sie überhaupt internationale Gäste im 2020 empfangen können. 

Wir hoffen sehr, dass der Spuck bald ein Ende hat!

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Fluss des Lebens – Yukon

https://www.zdf.de/filme/herzkino/fluss-des-lebens–yukon-100.html

Wer Lust hat sich ein paar schöne Landschaftsbilder vom Yukon und speziell vom Wheaton River und Annie Lake anzusehen kann sich diesen Spielfilm zu Gemüte führen. Für uns recht amüsant und lustig, da wir fast jede Woche bei diesem Cabin (wo der Film gedreht wurde) durch joggen. Letztes Jahr durften einige von uns die Szene am Fluss (auch am Wheaton River), wo das Holz durchgehackt werden muss, live miterleben. Wir sind glücklich an einem solchen schönen Ort zu leben, der auch für die Filmindustrie interessant ist.

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Dankeschön – Thank you

Wieder einmal mehr ist uns in dieser Saison bewusst geworden wie wichtig es ist, gute HelferInnen zu haben, die einem bis zum Ende der Saison oder zum abgemachten Termin unter die Arme greifen. Wenn sich trotz der vielen Arbeit noch zahlreiche, schöne, gemeinsame und lustige Momente ergeben ist das jeweils das „Tüpfchen auf dem i“. Deshalb wollen wir uns wieder mal bei euch allen, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben, bedanken. Speziell im 2019 haben wir gemerkt, wie viel ihr in den vergangenen Jahren geleistet habt und uns tagtäglich mit Elan und Humor unterstützt habt. Auch für die vielen spannenden Gespräche, schönen Ausflüge und Freundschaften die sich über all die Jahre entwickelten sind wir unglaublich dankbar. Merci!

Nun aber auch ein grosses Dankeschön an unsere Freunde Shiela, Werner („Wene isch ime da!“….eben auch wenn es Not am Mann ist) und Axel, welche uns nun während August und September, nach dem unerwarteten Weggang unserer Saisonhilfe, noch mit Transfers aushelfen.

Ohne euch würden wir so ziemlich in der Klemme stecken. Wir wissen dass ihr auch viel um die Ohren habt und wir sind euch unglaublich dankbar für eure unkomplizierte und spontane Hilfe. 

Wow…es ist schön solche Menschen um uns zu wissen! 

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Trauriger Abschied

Schon lange ist es her seit unserem letzten Blogeintrag. Diesen Beitrag wollen wir nun unseren 3 lieben Vierbeinern widmen, welchen wir in den vergangenen 4 Wochen „Tschüss“ sagen mussten. So schnell kann das Leben plötzlich vorbei sein und es macht uns unsagbar traurig, dass wir uns in so kurzer Zeit  von Mory, Ben und Abel verabschieden mussten. Sie waren uns stets treue Begleiter. Mory mit seinen (be)stechend blauen Augen war bei sportlichen Aktivitäten immer mit dabei. Er konnte am schnellsten rennen und am höchsten springen. Und er erwischte ab und zu eines von unseren  Hühner…..und sogar Eichhörnchen!  Er war Jäger und der Athlet des Wheaton River Rudels.

Ben war unser Stubenhocker, immer an vorderster Front wenn Streicheleinheiten verteilt wurden, ein liebenswerter Geselle. Immer zu allen Zwei-und Vierbeiner lieb, nie Dummheiten oder gar Flausen  im Kopf ! Und: er zeigte jeweils SEHR viel Empathie für Hundedamen. Unser Gentleman im Rudel!

Abel auch „Abel-Schnabel“, „Abi-Babi“, „Strabel“ (strange und Abel) oder etwas weniger nett „Fresssack“ genannt. Unser liebenswerter „Kompost“- Hund, unsere Theater-Queen, Carmens ständiger Begleiter auf Touren, Wanderungen, Spaziergängen,  Joggingrunden. Der Allesfresser und „von der Küchenkombination-Stehler.“ Er, der immer wusste, wo es etwas zu fressen gab und es „schamlos“ und mit viel Schalk und List stahl und blitzschnell verschlang, auch wenn es oft für uns Zweibeiner bestimmt war. Der Schelm des Rudels mit einem grossen Herz. 

Jeder Einzelne ein Unikat!  Alle unterschiedlich aber jeder liebenswert. 

„Ihr DREI habt wertvolle und unvergessliche Spuren in unseren Herzen hinterlassen. Wir werden Euch sehr vermissen!“

„Natuerlich kann man ohne Hund leben – es lohnt sich nur nicht“

Heinz Rühmann

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Wildente Ella

Anfang Juni hat unsere Tochter Ava beim spielen, draussen hinter der Garage, ein 33 g schweres Enten-Baby gefunden. Wie es den Weg dorthin, neben 9 Hunden und 2 Katzen hindurch geschafft hat, ist ein Wunder und von wo es überhaupt herkam ein Rätsel. Sehr wahrscheinlich hat das Hochwasser das kleine Ding von der Entenmutter getrennt und wurde dann bei uns angespült. So haben wir über Wochen die kleine Ente Ella grossgezogen. Sie hat mit uns im Haus gelebt und viel Zeit in Anspruch genommen. Als Zweibeiner wurden wir aber sofort als Eltern adoptiert. Als sie grösser war, kam sie mit auf Wanderungen (obwohl wir sie da auch oft getragen haben, um ihre Watschelfüsse zu schonen), Motorbootausflug oder mit auf Kanutour. Sie wäre das perfekte Haustier wenn sie doch nur stubenrein gewesen wäre. Keine Ahnung wie viele Feuchttücher wir in den vergangen Monaten gebraucht haben… es waren VIEEEELE! Aber nichts desto trotz…sie hat uns viel zum Lachen gebracht und war ein tolles Tier. Mit knapp 1 kg (ausgewachsen) fand sie nun 3 Monate später, dass die Wildnis doch besser sei als die komischen Zweibeiner! So hat sie uns vor ca. einer Woche verlassen. Nach 3 Tagen kam sie nochmals zurück, hat gefressen und im Haus übernachtet und am darauffolgenden Tag ist sie wieder gegangen. Seit da geniesst sie ihre Freiheit als Wildente und wir hoffen dass sie auf der Hut sein wird wenn ein Fuchs oder ähnliches Tier auftauchen wird. Von Hunden hat sie ja schliesslich keine Angst…im Gegenteil: Bei uns im Haus war sie die Diva!

Ob wir sie jemals wieder sehen werden?

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